Rückblick: 1. Predigt-Nachgespräch zum "Kreuz - chirstliches Symbol"

Am 6. Ostersonntag stellte Pfarrer Weiß in der Predigt das Kreuz als christliches Symbol heraus: Jesus Christus gibt sich aus Liebe bis zum äußersten hin. Gewaltlos. Ohne Macht auszuüben. Heute ist das Kreuz für uns Christen ein Zeichen der Herausforderung ähnlich liebevoll zu handeln selbst gegenüber Feinden. Es durchkreuzt falsche Verhältnisse, wo wir zum Beispiel allzu egoistisch nur an uns selbst denken.

Hans Peter Letzgus, der das Gespräch moderierte, stellte das Thema: „Die Kommunion für konfessionsgemischte Paar“ in den Raum.
Wie kam es eigentlich dazu, dass zum Beispiel evangelische Christen nicht als getaufte Christen zum eucharistischen Mahl hinzutreten dürfen? In der Zeit von Reformation und Gegenreformation stellte das Konzil von Trient heraus, dass bei der Wandlung in der heiligen Messe eine Transsubstantiation geschehe. Und diese Verwandlung in den Leib und das Blut Christi wurde an den geweihten Priester gebunden. Er steht und handelt „in persona Christi“ am Altar.  

Die Reformatoren sprachen davon, dass Brot und Wein Jesus Christus „bezeichnen“ oder „bedeuten“. So regelte die Kirche, dass nur zur Kommunion treten dürfe, wer „katholisch“ glaubt und auch durch das Sakrament der Versöhnung („Beichte“) darauf vorbereitet ist.
Die neue Handreichung der deutschen katholischen Bischöfe, die diese in großer Mehrheit beschlossen haben, sieht nun vor, dass die Pfarrer mit evangelischen Christen sprechen, wenn sie an der Kommunion teilnehmen wollen. Sieben Bischöfe hatten sich aber nach Rom an den Papst gewandt mit der Frage, ob dieses pastorale Entgegenkommen mit der Lehre der Kirche in ihrer Gesamtheit übereinstimmt. Papst Franziskus hat nun die Bischöfe gebeten, sich selbst zu einigen. Er will offenbar, wie auch in anderen Fragen, dass die Bischöfe in wichtigen Problemen ihres Landes selbst entscheiden. So dürfen wir hoffen, dass die Bischöfe die Handreichung veröffentlichen können und damit die Praxis vieler legitimieren, die – „ihrem Gewissen entsprechend“ – zur Kommunion kommen, weil sie ihnen wichtig ist für Le-ben, auch wenn sie nicht katholisch sind.
In diesen wenigen Sätzen hier kann nicht das ganze Gespräch protokolliert beziehungsweise zusammengefasst werden. Es war jedenfalls für alle Beteiligten eine erhellende Aussprache und gute Orientierung. Auch die Teilnehmer kamen zu Wort. Wir hoffen, dass solche Gespräche nun öfter stattfinden. Themen gibt es genug.
Pfarrer Weiß Fotos: Barbara Schmitt-Feuchter und Harald Hermann